Die Depression will keinen Tanzpartner

Hallo liebe Leser,

heute ein sehr persönlicher Eintrag über mich. Gleichzeitig auch ein Bekenntnis, das ich viel zu lange in der Internetwelt versucht habe zu verstecken. Ich möchte das jetzt abstellen, zumindest schon mal in meinem Blog.

Der Eintrag ist eigentlich eine Abschrift einer SMS, die ich kürzlich jemandem geschrieben habe, damit er sich ein besseres Bild machen kann, wie es mir geht, und er hatte mich ausserdem darum gebeten „Bilder zu malen“ für ihn, damit er mich besser verstehen kann.

SMS 1 – Endzeit

„… Bin am überlegen, was für ein Bild ich dir malen könnte, wie ich mich meistens beim Aufstehen fühle.

Sobald ich die Augen öffne, sehe ich zwar meine schöne Wohnung, meist auch gleich meine erwartungsvolle Katze (mjam mjam Essen und dann Ausflug 😉 ), ich registriere gleichzeitig das Wetter usw.

In meiner Gefühlswelt befinde ich mich – mit zunehmend erwachenden Geist – aber in einer kargen Landschaft wie in Endzeitfilmen, düstere Bilder, zerstörte Natur, alles um mich herum ist durch eine Katastrophe kaputtgegangen, keine Tiere, keine Menschen, das Wasser und der Regen sind schädlich usw.

Ich durchwandere diese Landschaft und mein Entsetzen wird immer größer, da ich feststelle, dass alle Hoffnung verloren ist, je weiter ich gehe und nach etwas suche, was ein Lichtblick sein könnte, ich aber nichts entdecken kann.

Aus dieser Grundstimmung herauszukommen ist dann schwer. Auf dem Balkon eine rauchen zeigt mir dann wieder die richtige Welt, die nichts mit meiner Innenwelt zu tun hat, hier sieht es schön und lebendig aus, Farben, Natur, Menschen, Tiere. Ich existiere aber weiterhin in dieser anderen Welt…“

SMS 2 – Spüren

„… Dann habe ich festgestellt, wenn ich es ins Bad schaffe, um mir die Zähne zu putzen, ist das der erste Moment von Spüren in einer kargen Innenwelt. (zumindest ist es jetzt so, wo ich fast rund um die Uhr so alleine bin und mich schrecklich einsam fühle)

Mit einem Espresso-Löffel (übrigens eine gute Alternative zu einem Zungenschaber aus dem Laden, wie ich finde) schabe ich mir seit kurzem wirklich bewusst in solchen Momenten die belegte Zunge etwas frei, es ist wie durchlüften.

Dann reinige ich meine Zunge nochmals mit einer separaten Zahnbürste und einer sehr intensiv schmeckenden Zahncreme, da wird bei mir ein Reiz ausgelöst, wo ich spüren kann, dass ich eine Zunge habe.

Mit meiner normalen Zahnbürste putze ich mir dann mit einer Minzzahncreme die Zähne und mein Innenraum im Mund wird spürbar für mich bzw. erst so verdeutliche ich mir glaubhaft, das ich hier bin irgendwie.

Und dann geht die Suche weiter…

Und wegen der Angst kann ich normale Dinge, die mir jetzt gut täten nicht machen 😦

Gerne würde ich mich jetzt zurechtmachen und zum Bäcker laufen und mir dort ein paar Frühstücksbrötchen holen. Stattdessen rauche ich wieder eine (quasi jetzt eine Minzzigarette 😉 ), hoffe auf Verbesserung in der Innenwelt (ja das funktioniert manchmal tatsächlich ohne mein Zutun, hehe) und werde mir danach meinen Nacken und meine Schultern mit dem „Mönch“, einem Kräuterdestillat einreiben, damit ich meinen Körper weiter für die echte Welt aufwecke. Ich könnte auch tanzen, aber die Depression will keinen Tanzpartner 😦 „

Ich lass das so jetzt erstmal stehen.

Wer mir einen Kommi schreiben möchte, fühle sich frei, es zu tun.

☼ LG SONBlume ☼

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